Ein riskanter Drogendeal

Aurich – ein beliebter Touristenort und eine vermeintlich friedliche Kleinstadt im Herzen Ostfrieslands, zeigt seine dunkle Seite. Die Nähe zur Nordsee und den Niederlanden macht sie zu einem idealen Standort für die Russenmafia. Sex und Drogen gehören zum täglichen Geschäft.
Meike, eine junge Studentin gerät ins Getriebe des Bösen. Eine traumatische Kindheit in Armut und der Wunsch nach einem guten Leben sind die Triebfedern, einmal den großen Coup zu landen. Sie lässt sich auf einen riskanten Drogenhandel ein und verstrickt sich in den Machenschaften der Mafia …
Hinni und Renate werden auf einem Segeltörn von Groningen nach Greetsiel unfreiwillig zu Drogenschmugglern. Mit Erschrecken stellen sie fest, dass sie und ihre Yacht benutzt wurden. Besteht eine Verbindung zu der Leiche, die in einem Kanal gefunden wird? Helmut Brunner und Susi Wildtfang, die beiden Kommissare, tappen lange im Dunkeln, aber schließlich kann Hinni den entscheidenden Tipp geben …
In der Reihe „Sail & Crime“ mit Hinni und Renate erschienen auch: „Regatta mit Nebenwirkungen“, „Kreuzfahrt in Gefahr“, „Mord mit Risiken“ sowie die beiden Segelromane „Leinen los Pack’ mers“ und „Palmen an Backbord“.
Alle Titel lassen sich auch unabhängig voneinander lesen.

336
Seiten
9946
Zeilen
78672
Wörter
412608
Zeichen

Leseprobe

… Meike nickt, was soll sie dazu noch sagen. Innerhalb einer Minute ist ihre Welt zusammengebrochen.
«Okay, jedenfalls bist du jetzt ehrlich. Schön, etwas anderes bleibt dir ja auch gar nicht übrig. Was mache ich nun mit dir? Auf deinen Kopf wurde ein Lösegeld ausgesetzt. Von einem Kollegen aus Aurich. Kennst du ihn vielleicht?»
Er lässt seine Worte wirken, bis Meike den Sinn begriffen hat.
«So weit ich weiß, hat im Moment niemand eine Ahnung, wo du dich aufhältst», fährt er fort. «Aber einige Leute strecken ihre Fühler aus. Du bist denen wohl eine Menge wert», grinst er.
Meike ist nicht nach Grinsen, die Angst schnürt ihr die Kehle zu. Hastig trinkt sie einen großen Schluck aus dem Cham-
pagnerglas.
«Was willst du jetzt machen?», fragt Roman plötzlich wieder sanft.
Meike nimmt alle ihre Kräfte zusammen. «Möchtest du die Ware nicht trotzdem haben? Die Qualität ist okay, das hat Wladi doch gerade bestätigt. Halber Preis?»
Roman lacht. «Du bist zäh! Das liebe ich, besonders bei Frauen. Die Hälfte von was? Ab dem Verkäufer in Rotterdam, dem Großhandelspreis oder von dem, was die kleinen Dealer zahlen.»
«Vom Großhandelspreis», wählt Meike den Mittelweg.
Roman grinst. «Guter Versuch, du wirst mir sympathisch. Aber es gibt keine Chance, vergiss es! Die Ware ist heiß und du solltest froh sein, wenn du sie loswirst und dein Leben behältst.»
Er lässt die Worte wirken, schaut sie intensiv an und als er bemerkt, wie entmutigt sie ist, macht er einen Vorschlag: «Ich nehme dir die Ware ab und entsorge sie – auf meine Art und Weise.»
«Was bekomme ich dafür», fragt Meike noch einmal verzweifelt. Die ganze Mühe, die Angst, das kann doch nicht so einfach zerrinnen.
«Dein Leben!»
Meike kann sich nicht mehr beherrschen, die Tränen schießen aus den Augen und laufen die Wangen herunter, sie schluchzt und zittert, legt ihre Arme auf den Tisch und verbirgt das Gesicht darin.
Beruhigend streichelt Roman ihr den Rücken. Eine Geste, die ihr wieder ein wenig Mut macht.
«Kopf hoch. Wir finden eine Lösung. Noch bist du nicht am Ende.»
Hoffnungsvoll schaut Meike auf. «Nein?»
«Schau, du hast eine Riesendummheit gemacht. Mit den Profis solltest du dich nicht anlegen. Wenn du das große Geld willst, dann musst du es anders anfangen. Aber ich kann dir helfen.» …

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