Leinen los … Pack’ mers  | Ein Segelroman

Hinni und Jan, zwei gestandene Ostfriesen, sind im Arbeitseinsatz für ihren Segelverein am Großen Meer. Es ist bitterkalt und ein Segelmagazin mit dem verführerischen Titelbild von einem sonnigen Mittelmeerstrand lässt sie träumen!
Als sie das Angebot bekommen, die Segelyacht Makan Angin auf einem vierwöchigen Segeltörn von Mallorca nach Korfu zu überführen, schlagen sie zu. Karl möchte auch noch seine Freundin Marion mitnehmen und nach einigen peinlichen Tests und Fragen durch den Eigner R. werden sie als Crew akzeptiert.
Aber als sie endlich an Bord kommen, erfolgt die große Überraschung: Der Eigner und Skipper ist Renate – eine Frau. Und eine Fränkin noch dazu. Ostfriesen und Franken auf einem Schiff – geht das gut?
Es geht! Nachdem die ersten Sprach- und Verständigungsprobleme überwunden sind, überwiegt die Neugier und die Freude am gemeinsamen Segeln in einem neuen, unbekannten Revier. Man kommt sich näher, sie werden Freunde, verlieben sich und erleben friedliche, romantische Ankernächte in reizvollen Buchten, aber auch Schwell, Gewitter und gefährliche Grundseen. Sie müssen sich mit den Tücken der Navigation auseinandersetzen und sich bei Sturm in überfüllten Buchten behaupten. Spannung und Abenteuer!
Von guter Seemannschaft bis Lebenslust, Liebe und Leidenschaft – in diesem Segelroman, der sich auch an Land lesen lässt, ist alles drin!

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498
Seiten
9188
Zeilen
70596
Wörter
435252
Zeichen

Leseprobe

Nachdem alle Fragen weitgehend geklärt und jeder mit dem Schiff nun halbwegs vertraut ist, kommandiert Renate: „Fertigmachen zum Ablegen.“
Alle springen auf und erwarten nun Action, aber Renate beruhigt: „Erst wollen wir aber noch die Wassertanks auffüllen. Viel dürfte nicht hineingehen, wir haben ja kaum etwas verbraucht. Machst du das, Jan? Und dann können wir auch schon den Landanschluss entfernen.“ Sie zeigt auf das Stromkabel, das von der Steckdose am Heck zu einer der Stromboxen auf dem Steg führt.
Als der Wassertank voll und der Schlauch in der Backskiste verstaut ist, kommandiert Renate dann endlich: „Also dann: Pack’ mers!“
Nichts passiert. Alle sehen sich erstaunt an. Die Crew schaut auf Renate und Renate schaut auf die Crew. „Hey, was ist, wir wollen doch raus oder hat noch jemand was vergessen?“
Immer noch großes Unverständnis. Schließlich dämmert Marion etwas, Erinnerungen an ihre Zeit am Chiemsee werden wach: „Jungs, ich glaube, dass war das Kommando ‚Leinen los’, nur auf Fränkisch!“
Renate lacht: „Ich dachte, das verstehen alle. Mein Segellehrer war ja auch ein Franke. Aber du hast Recht, Marion. Kommando zurück! Ich glaube wir müssen noch etwas klären!“
Sie versammelt ihre Crew noch einmal im Cockpit: „Marion, du wirst hiermit offizielle Dolmetscherin. Ich weiß ja nicht, welche Kommandos im Nautischen Dialekt anders lauten als bei uns. Aber du bist doch sozusagen bilingual, wie ich höre.“
Dann erklärt sie das geplante Ablegemanöver: „Kennt ihr euch mit Mooringleinen aus? Hinni, du gehst an den Bug und wirfst die Leine auf mein Kommando los. Jan und Karl, jeder geht an eine Landleine, am Heck. Die sind schon auf Slip belegt, ihr braucht sie nur zu lösen und durchziehen. Und Du, Marion nimmst den Bootshaken und stehst zur Verfügung, falls etwas nicht so ganz klappt!“
Sie geht an das Ruderrad, lässt den Motor an und prüft den Wind: „Backbordleine los und einholen!“ Gleich danach kommandiert sie: „Mooringleine loswerfen!“ Nach einer kurzen Pause, als die Mooringleine ins Hafenwasser geklatscht und abgesunken ist, kuppelt sie den Vorwärtsgang ein und gibt ein wenig Gas.
„Steuerbordleine achtern los und einholen!“ Das Schiff gleitet langsam vorwärts und als das Heck fast auf der Höhe des Bugs des daneben liegenden Schiffes ist, betätigt sie das Bugstrahlruder, der Bug schwenkt schnell nach Steuerbord in die Windrichtung und das Schiff liegt plötzlich genau in der Mitte der Fahrrinne.
„Sauber“, kommentiert Hinni, „und das bei dem Seitenwind.“ Renate freut sich über die Anerkennung, aber sie wiegelt ab: „Na ja, ich habe ganz vergessen zu erwähnen, wir haben auch ein Bugstrahlruder.“
Bald dreht sie in eine etwas breitere Fahrrinne ein und dann nach einer Weile kommt endlich die Hauptfahrrinne und sie fahren zwischen den beiden Molen-Türmen aus dem Hafen heraus.
„JJJiiipppiiieeehhh“, schreit Renate dann plötzlich, „Tschüss Mallorca, jetzt geht es los.“ Sie wirkt befreit, ihr Gesicht strahlt, locker und gelöst steht sie hinter dem Ruderrad. Jetzt habe ich alles erreicht was ich wollte, scheinen Gesicht und Körperhaltung aus zu drücken, der Rest ist nur noch Spaß.
„Jan, hol doch für jeden eine Dose von deinem geliebten Bier, heute ist eine Ausnahme.“

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Ich habe dieses Buch quasi an einem Stück gelesen. Wie ich finde, für einen Roman ist "Pack mers" eine gelungene Kombination aus interessanter Seemannschaft gepaart mit einer schönen Geschichte und etwas Romantik. Da ich selbst Segler bin, konnte ich mich in vielen Passagen im Buch wiederfinden oder kann solche aus eigenen Beobachtungen bestätigen. Am Schluss habe ich Hinni und Renate "in mein Herz geschlossen". "Makan Angin Pack mers" ist das Richtige um die Zeit zwischen den eigenen Törns zu verkürzen bzw. Motivation für einen etwas ausgedehnteren Törn zu sammeln.

Michael Lang

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